Scabiosa - Signet

Scabiosa & Co

Die Graue Skabiose ist eine Verantwortungsart. Zugleich steht sie exemplarisch für wertvolle, aber gefährdete Artengemeinschaften. Werden ihre Lebensräume erhalten und gefördert, kommt das zahlreichen Arten der Trockenrasen zugute.

Die Graue Skabiose kommt in Sachsen-Anhalt und Thüringen in einer Vielzahl an Lebensräumen vor.

Für den „Erhalt der Art in ihrer Vielfalt“ hat das Projektgebiet somit eine besondere Bedeutung.

Verantwortungsarten

An ihren Wuchsorten kommt die Graue Skabiose mit vielen weiteren, im Bestand gefährdeten Arten vor. Im Projektgebiet sind das u.a. die Trauben-Graslilie, der Stängellose Tragant und das Zierliche Brillenschötchen. Diese Arten haben ebenfalls den Status von Verantwortungsarten und wurden als weitere Zielarten ins Projekt einbezogen.

Graue Skabiose

Scabiosa canescens

Die Graue Skabiose gehört zu den erst in der zweiten Jahreshälfte blühenden Pflanzenarten; ihre blauen Blüten erscheinen von Juli bis November.

In den Trockenrasen des Projektgebietes kommen noch zwei weitere Scabiosa-Arten vor, die ebenfalls blau blühende Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) sowie die Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca). Ihre Verbreitung überschneidet sich, so dass es Gebiete gibt, in denen alle drei Arten nebeneinander wachsen. Eine Besonderheit der Grauen Skabiose ist ihr vergleichsweise kleines Gesamtverbreitungsgebiet.

 

Steckbrief

Stängelloser Tragant

Astragalus exscapus

Der Stängellose Tragant kommt in Deutschland nur in Trockenrasen in Sachsen-Anhalt und Thüringen vor. Wegen seiner Seltenheit und aufgrund seiner Attraktivität hat er schon immer vergleichsweise viel Beachtung bei Botaniker*innen erfahren.

Neben vielen kleinen Vorkommen gibt es auch einige sehr große mit Tausenden von Exemplaren. Infolge seines niedrigen („stängellosen“) Wuchses benötigt er offene, stark exponierte Standorte, wie sie beispielsweise durch die regelmäßige Beweidung von Kuppen und Hängen geschaffen und erhalten werden.

 

Steckbrief

Trauben-Graslilie

Anthericum liliago

Die zu Pfingsten blühende Trauben-Graslilie fällt vor allem dort auf, wo sie in großen Beständen wächst. Im Projektgebiet ist das in Felsfluren und Trockenrasen im südlichen Sachsen-Anhalt und nördlichen Thüringen der Fall.

Im Projekt sollen jedoch vor allem die Vorkommen im Elbtal und in der Altmark eine Rolle spielen, wo die Trauben-Graslilie seltener und eine Charakterart reicherer Sandtrockenrasen ist. Typische Standorte sind Binnendünen und Moränenkuppen, auf denen die Trauben-Graslilie meist zusammen mit anderen wertgebenden Arten vorkommt.

 

Steckbrief

Zierliches Brillenschötchen

Biscutella laevigata subsp. gracilis

Das Zierliche Brillenschötchen ist eine Unterart des vor allem im Alpenraum anzutreffenden Glatten Brillenschötchens. Nach starkem Rückgang kommt es nur noch in Sachsen-Anhalt an wenigen Stellen im Saale- und Elbtal vor, in Trockenrasen und Pionierfluren auf Sand und Felsgestein.

Namengebend sind die brillenförmigen Früchte, die auch ein gutes Erkennungsmerkmal sind – allerdings nur für eine kurze Zeit im Jahr: von Ende Mai bis Mitte Juni. Von den vier Zielarten des Projektes ist das Zierliche Brillenschötchen die mit Abstand seltenste.

Das Konzept der Verantwortungsarten

Für den Erhalt einiger Arten trägt Deutschland aus globaler Sicht eine besondere Verantwortung.
Ob dies für eine bestimmte Art zutrifft, ist von der nationalen und weltweiten Areal- und Bestandssituation abhängig.

Farn- und Blütenpflanzen in besonderer Verantwortung Deutschlands*

Arten mit „besonders hoher“ Verantwortlichkeit Deutschlands*

Arten mit "hoher" Verantwortlichkeit Deutschlands*

Kategorien der Verantwortlichkeit

Eine besondere Verantwortung trägt Deutschland für den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten, die nur hier vorkommen bzw. von denen ein bedeutender Teil ihrer Populationen hier zu finden ist und die weltweit gefährdet sind. Die „besondere Verantwortlichkeit“ wird in folgende Kategorien unterteilt:

!!    in besonders hohem Maße verantwortlich

!     in hohem Maße verantwortlich

(!)   in besonderem Maße für hochgradig isolierte Vorposten verantwortlich

Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) sind bei diesen Arten besondere Anstrengungen erforderlich, um den Weltbestand zu sichern, und ihrem Schutz soll ein hoher Stellenwert im Naturschutz eingeräumt werden.

!! – besonders hohe Verantwortung

In besonders hohem Maße verantwortlich ist Deutschland für Arten, deren Aussterben im Bezugsraum äußerst gravierende Folgen für den Gesamtbestand hätte bzw. deren weltweites Erlöschen bedeuten würde.
Die Graue Skabiose gehört zu diesen Arten. Ihrer Einstufung liegen folgende Kriterien zu Grunde:

  • hoher Arealanteil der deutschen Population am Weltbestand (mehr als 1/3 und bis zu 3/4)
  • Lage der deutschen Vorkommen im Arealzentrum (und damit in dem Bereich, der für die langfristige Sicherung die größte Bedeutung hat)
  • in großen Teilen des Gesamtareals gefährdet

Auch der Stängellose Tragant und das Zierliche Brillenschötchen gehören in diese Kategorie.

! – hohe Verantwortung

In hohem Maße verantwortlich ist Deutschland für Arten, deren Aussterben im Bezugsraum gravierende Folgen für den Gesamtbestand hätte bzw. deren weltweite Gefährdung sich stark erhöhen würde.
Die Trauben-Graslilie gehört zum Beispiel in diese Kategorie. Ihrer Einstufung liegen folgende Kriterien zu Grunde:

  • Arealanteil der deutschen Population am Weltbestand über 1/10 (mehr als 1/10 und bis zu 1/3)
  • Lage der deutschen Vorkommen im Arealzentrum (und damit in dem Bereich, der für die langfristige Sicherung die größte Bedeutung hat)
  • in kleineren Teilen des Gesamtareals gefährdet

Quelle und weitere Informationen: BfN

* Inklusive der Unterarten und ohne apomiktischen Sippen (Hieracium, Ranunculus auricomus agg., Rubus, Sorbus, Taraxacum). Daten auf Grundlage der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (2018).